*Kloster auf Zeit*
 

Buch-Empfehlung

Fazit von Meister Sokai-an aus dem Buch: "Man sieht nur in der Stille klar"

Sokai-an war japanischer Rinzai-Mönch, der 1930 in New York City die Buddhist Society of America gründete (geb. 1882- gest.1945)

 

Wir müssen etwas haben, das echt und ursprünglich ist. Etwas, das aus uns selbst heraus entsteht.
Es ist nicht Buddhismus und nicht Zen.

 

Als ich Buddhismus studieren begann und mein erstes Koan bekam, erschienen mir Buddhismus und Zen unendlich erhaben und wichtig. Damals war ich einundzwanzig Jahre alt, jetzt bin ich achtundfünfzig.

Die Welt hat sich verändert. Die Erde ist nicht zum Himmel geworden und der Himmel ist nicht zur Erde hinunter gekommen. Ich habe nicht den Zustand eines Halbgotts erreicht. Ich bin immer noch ein Mensch. Also, was ist der Vorteil von Buddhismus und Zen?

Als der Buddha im Sterben lag, bat ihn Ananda, noch einmal alle Schüler zu versammeln und ein letztes Mal zu ihnen zu sprechen. Darauf antwortete der Buddha: „Wozu? Ich habe euch alle meine Gedanken gezeigt, habe den ganzen inneren Weg, den ich durchlaufen habe, erklärt.
Einmal über meine Erfahrungen zu sprechen ist genug. Denn wer dies nicht selbst erfahren hat, ist für solche Worte taub.
Ich übte Klarsicht und habe sie erlangt. Jeder muß dies selber tun. Die Worte, die man verstehen kann, habe ich schon gesagt, warum sie wiederholen? Warum eure Zeit verschwenden?
Wer die Erfahrung hat, versteht. Nutzt eure Zeit zum Praktizieren und macht eure eigenen Erfahrung.“

Ich muss gestehen, heutzutage erfreue ich mich an meinem eigenen Geist mehr als an Buddhismus und Zen.

Buddhismus und Zen sind bloss wie zwei alte Möbelstücke in einer Ecke meines Geistes.
Ich fand etwas, das mir selbst gehört. Es ist nicht Buddhismus und nicht Zen, nicht Philosophie,
nicht Wissenschaft, nicht Religion. Die Aussenwelt ist nicht mehr dunkel und die Innenwelt ist klar.
Das, was zählt ist das Herz. Doch das ist ein Geschenk des Zen-Buddhismus, deshalb empfinde ich grosse Wetschätzung.und Dankbarkeit dafür.
Es dauerte lange Zeit, bis ich es fand, und in dieser Zeit waren mir Buddhismus und Zen eine schwere Last.
Heutzutage spreche ich über Buddhismus und Zen in Vorträgen, aber wenn ich alleine bin, denke ich nicht darüber nach.
Ich erfreue mich an etwas, das keinen Namen hat, aber sehr natürlich ist. Es ist wunderbar.
Jemand hat mich in die Ferien aufs Land eingeladen, doch ich lehnte ab. Ich verweile lieber hier und lebe in meinem eigenen klaren Geist.
Was meine Vortäge anbetrifft: Dass ich hier an dieser kleinen Strassenecke solch grosse Worte sage, ist unerheblich- aber sie sind wahr! Wenn die Zeit kommt, vielleicht in zweihundert Jahren, wird jemand dasselbe sagen, un dann werden auch eure Staatsmänner und Pfarrer zuhören

  

ZEN- Wochenende im Wolkentor mit Muho aus Japan 

vom 20.-22.08.2021

"ZEN reloaded"
>>alte Traditionen für den Westen sinnvoll reformiert<<

Muhō war von 2002-2020 Kloster Antaijis in Japan neunter Abt. Er wurde 1968 in Berlin geboren und wuchs in Braunschweig und Tübingen auf. Mit 16 Jahren kam er mit Zazen in Kontakt und hatte bald den Wunsch, später in Japan als Zenmönch zu leben. Er studierte Japanologie, Philosophie und Physik in Berlin und für ein Jahr auch an der Universität Kyōto. Zu dieser Zeit, mit 22 Jahren, besuchte er auch zum ersten Mal das Kloster Antaiji und verbrachte dort 6 Monate.

Mit 25 Jahren, nach dem Abschluss der Universität, ordinierte Muhō in Antaiji und wurde so zum Schüler des damaligen Abtes, Miyaura Shinyū Rōshi. Außer in Antaiji verbrachte Muhō auch jeweils ein Jahr in dem Rinzai-Kloster Tōfukuji in Kyōto und Hosshinji in Obama, einem Priesterseminar der Sōtō-Schule. Nach Abschluss seiner Ausbildung in Antaiji erhielt Muhō die Übertragung des Dharma (Shihō) von seinem Meister Miyaura und wurde damit als eigenständiger Meister der Sōtō-Schule anerkannt.

Daraufhin beschloss er, als Obdachloser im Schlosspark von Ōsaka zu leben, wo er für ein halbes Jahr ein Zengruppe leitete, bis ihn die Nachricht vom Tod seines Meisters im Februar 2002 erreichte. Im Frühjahr 2002  wurde Muhō als Nachfolger seines Meister zum neunten Abt von Antaiji berufen.Neben zahlreichen Dokumentationen über das Antaiji, wurde 2016 der Kinofilm "ZEN for Nothing"  veröffentlicht. Muhō ist der Autor zahlreicher ZEN-Bücher und ist momentan über einen Youtube-Channel von Osaka in Japan aktiv und leitet dort auch eine kleine Zengruppe.


Informationen und Anmeldungen für dieses Wochenende über das Kontaktformular.

Langzeit-Aufenthalt im Wolkentor

Bei einem Langzeitaufenthalt von mindesten 1 Monat, bieten wir Dir  die Möglichkeit für intensive ZEN-Praxis. Der gesamte Aufenthalt ist kostenfrei. Bedingung und Maßgabe ist  der Tagesplan, der die ZEN-Praxis im Wolkentor prägt. Das wirtschaftliche Grundgerüst des Tempels und somit der Zazen-Praxis bilden die Apartment-Vermietung für Tagesgäste und die regelmäßigen ZEN-Seminare. Diese Tätigkeitsbereiche würdest Du neben anderen Arbeiten an Haus & Hof in den Zeiten des "Samu" (siehe Tagesplan) teilweise übernehmen. Grundlage für einen Langzeitaufenthalt ist die Teilnahme an mindestens einem  vorherigen "Kloster- Sesshin" im Wolkentor. Wir stellen Dir Unterkunft und Verpflegung. Die täglichen Mahlzeiten bestehen hauptsächlich aus gespendeten Gemüse eines befreundeten Biohofes. Gelegentlich werden wir auch dort auf dem Feld arbeiten. Neben den Sesshin, an denen bis zu 20 Personen teilnehmen, musst Du die Bereitschaft und Fähigkeit mitbringen, in Eigenregie, selbständig agieren zu können.

Nach klassischem Format hast Du im Tempel  einen persönlichen Platz in der Zendo (Meditationsraum). Dort übernachtest Du auch auf Deinem aufklappbaren Sitzfuton. Deine persönlichen Utensilien beschränken sich dabei auf das Wesentlichste. Je nach Möglichkeiten und Dauer des Aufenthaltes stellen wir für max. 2 Langzeitbewohner kostenfreie Einzelzimmer bereit. Darüber hinaus besteht natürlich auch die Möglichkeit eines der Apartments (Monatspauschale) zu  buchen.

Das Wolkentor ist kein großes Kloster mit vielen Bewohnern, die Umgebung bedient wahrlich nicht das Konzept einer "Meditations-Idylle". .Der Tempel liegt nicht vorzeigbar in den Bergen, Wäldern oder an stillen Seen. Wir sitzen inmitten eines 120 Jahre alten Industriegeländes am Stadtrand (hinter dem Haus fährt hin und wieder langsam,donnernd ein Güterzug). Was Dir dieser Ort aber bieten kann ist authentische, ernsthafte und kraftvolle Praxis und ein ZEN, dass sich durch Raum,- und Zeitlosigkeit manifestiert. 

Tagesplan (außerhalb eines Sesshin)

05.00- 06.30 Uhr Zazen
06.45 Uhr Frühstück
07.30- 09.00 Uhr Zazen
09.45- 13.00 Uhr Samu (Arbeiten)
13.00 Uhr Mittagessen und Pause
14.00- 17.30 Uhr Samu
18.00 Uhr Abendessen und Pause
20.00- 21.30 Uhr Zazen (donnerstags 19.00 -21.00 Uhr)

(Tagesplan von Mo.-Fr.; samstags bis 12 Uhr,- danach freie Zeit, sonntags kein Programm)

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