*Kloster auf Zeit*
 

-Jedesmal wenn der ZEN-Meister Gutei über ZEN befragt wurde, hob dieser einfach nur einen Finger- ZEN-Meister Gutei im 9. Jhd.

Dass es wichtig für die Übung ist, einen Meister zu finden, wird oft gesagt, aber wer ist es eigentlich, der entscheidet, wer der richtige Meister ist? Entscheidest du es nicht letztlich mit dem Maßstab deiner eigenen Gedanken (d.h. deinem Ego)? Solange du nach dem Meister außerhalb deiner eigenen Übung suchst, wirst du damit nur dein eigenes Ego aufblähen. Der Meister existiert nicht außerhalb deiner selbst: Das Zazen, in dem du selbst zu dir selbst wirst, ist der Meister. Das bedeutet die Zazen-Übung, in der du deine Gedanken wirklich loslässt.

Heißt das, dass es reicht, wenn wir ohne einen Meister einfach alleine Zazen machen? Nein, auf keinen Fall.

Dogen Zenji sagt: „Wenn du hörst, dass du dich selbst schmeckst und durch dich selbst zu dir selbst erwachst, dann schließt du vielleicht überstürzt, dass du für dich alleine lernen solltest, ohne den Weg von einem Meister gewiesen zu bekommen. Das ist ein großer Fehler. Zu glauben, wir könnten uns auch ohne einen Meister selbst befreien, ist eine fälschliche Meinungen, die auf die ‚Naturalismus‘-Philosophie Indiens zurückgeht.“

Auszug aus einem Text von Uchiyama Kōshō Rōshi 6.Abt vom Kloster Antaiji in Japan


Ryu (RyuShin jap. übersetzt Drachengeist) ist der Name, den Dirk Künne bei der Ordination zum  Zen-Mönch erhalten hat. Dirk ist Gründer und Betreiber des Wolkentor-Tempels. Geboren 1976  und aufgewachsen in der östlichen Sperr,-/Grenzzone bei Helmstedt, zog es ihn nach einer Ausbildung zum Bau- und Möbeltischler durch eine "innere Suche" in unterschiedlichste, intensive "Lebenswirklichkeiten" und Orte, bevor er in jungen Jahren durch ein fundamentales "Erleuchtungserlebnis " (Selbstwesensschau, jap. Kensho) gestoppt" wurde. Geprägt von dieser tiefgehenden, aber vorerst als zeitlich begrenzt und demnach "verblassend", empfundenen Erfahrung kam er einige Jahre später mit ZEN in Berührung und ließ sich 7 Jahre später in Halle nieder. Danach begann er (neben der ZEN-Ausbildung unter verschiedenen Meistern) auf einem alten leerstehenden Industriegelände innerhalb von 15 Jahren den Wolkentor-Tempel aufzubauen. Sein wichtigster Lehrer war Wolf D. Nolting (erster deutscher Dharmanachfolger von Saidan Oi Roshi). Von Nolting erhielt er nach fünfzehnjähriger Ausbildung  im Jahr 2015, in Verbindung mit dem Dharma-Siegel, die Lehrbefugnis als eigenständiger Meister in der 85. Generation der "Traditions-Linie" des Rinzai-Zen. Die hauptsächliche Praxis des Rinzai-Zen ist die Koan-Methode in Verbindung mit Zazen.

Dirk ist verheiratet, Vater von 2 Kindern und lebt mit seiner Familie in einer vom Tempel abgetrennten Wohnung auf dem Wolkentor-Gelände.


Willy Kerntopp (ZEN-Name: Shin Ko) lebt in Offenbach und kommt als Gast-Lehrer regelmäßig nach Halle, um Sesshins zu leiten und mit Ryu  das Angebot des Tempels weiter zu entwickeln. In Offenbach leitet er die Alltagsgeist Zen-Gemeinschaft. Beruflich ist er in der IT einer Bank tätig. Für ihn wird Zen dann lebendig, wenn wir die traditionelle Zen-Praxis mit Respekt anwenden und sie zudem weiterentwickeln, indem wir Bedürfnisse und Stärken unserer Kultur nutzen. Sein Ziel ist es, geistige Flexibilität, Lebensfreude und Belastbarkeit im Alltag zu fördern. Geboren 1957 – nach geisteswissenschaftlichem Studium in der IT von Banken tätig.Willy Kerntopp praktiziert seit mehr als 35 Jahren Zen. Nachdem er eher zufällig mit der Zenpraxis in Berührung kam, ist er dabei geblieben und hat einen wesentlichen Lebensmittelpunkt darin gefunden.1996 gründete er eine erste Zen-Gruppe, um seine positiven Erfahrungen zu teilen. 2002 wurde er von seinem Lehrer als Dharma-Nachfolger und Zen-Meister anerkannt. Unter dem Motto „Alltagsgeist Zen“ bietet er seit dem zusätzlich zu der Meditation auch die vertiefte Schulung mit Koan an.